Week 12 Preview – Hello Mr.Hue

23. November 2018 0 Von Mike

Man sieht sich immer zwei Mal im Leben. So auch zwischen den Browns und dem gefeuerten Head Coach Hue Jackson. Das man schon in Week 12 Huegini auf der gegnerischen Sideline liegt ist dennoch eine ganz besondere Geschichte.

Wir betrachten im Preview natürlich nicht nur die Coaches, sondern auch ausführlich den Gegner aus Cincinnati. Neben der Analyse der bisherigen Saison schauen wir auf Key-Matchups und geben eine Prognose ab, ob die direkte „Rache“ an Hue Jackson gelingen kann.

Bengals 2018 – mehr Kitten als Raubkatze in der Defense

Eine kuriose und frustrierende Saison für die Bengals. Nach einem furiosen Saisonstart mit starken Siegen und einem 4-1-Record ging es deutlich bergab. Nun stehen die Bengals bei 5-5 und damit vor einem kritischen Spiel bezüglich der Playoff-Hoffnungen. Folgende Resultate führten zum Record:

  • 34-23 Win @ Colts
  • 34-23 Win vs.Ravens
  • 21-31 Loss @ Panthers
  • 37-36 Win @ Falcons
  • 27-17 Win vs.Miami
  • 10-45 Loss @ Chiefs
  • 37-34 Win vs. Buccaneers
  • 14-51 Loss vs.Saints
  • 21-24 Loss vs.Ravens

Zuletzt zwei bittere Heimniederlagen führen zu immensen Druck auf die Bengals gegen ausgeruhte Browns. Bevor wir die einzelnen Duelle betrachten, schauen wir auf den statistischen Vergleich:

Offense

Kategorie
Bengals (Rank)
Browns (Rank)
Points per Game
25,6 (12th)
21,8 (21st)
Passing Yards
239,3 (20th)
222,2 (24th)
Passer Rating
90,9 (21st)
80,9 (29th)
Run Yards
90,0 (28th)
133,2 (5th)
Yards per Run
4,5 (11th)
4,8 (6th)
3rd-Down Conversion
39,1% (16th)
32,9% (29th)
Sacks allowed
21 (10th)
35 (31st)
TD´s
33
26
Time of Possesion
26:22 mins
30:40 mins
Turnover-Ratio
+3
+12

 

Defense

Kategorie
Bengals (Rank)
Browns (Rank)
Points allowed
28,2 (29th)
26,3 (24th)
Pass Yards allowed
304,2 (28th)
287,6 (30th)
Run Yards allowed
108,5 (17th)
132,1 (28th)
Yards per Run allowed
4,8 (29th)
4,7 (22th)
Sacks
24 (21st)
24 (21st)
3rd-Down Conversions allowed
55,5 (32nd)
36,8 % (8th)
Passer Rating allowed
97,1 (23rd)
84,3 (3rd)

 

Was fällt auf?

  • Die Bengals-Offense performed nur gegen sehr schwache Defenses (Bucs, Falcons) in den letzten Wochen. Seit dem Saisonstart fällt auch wegen der Ausfälle von Stars wie Tyler Eifert und AJ Green die Offensiv-Power deutlich ab.
  • Statistisch ähneln sich beide Offenses durchaus mit einem eher mittelmäßigem Passing-Game, während die Browns erfolgreicher im Run-Game sind. Auffällig ist zudem die sehr geringe Time of Possesion der Bengals-Offense
  • Trotz eigentlich starkem Personal ist die Bengals-D eine der 5 schwächsten Defenses der Liga. Berücksichtigen muss man jedoch die offensivstarken Gegner (Chiefs, Saints, Falcons, Bucs), die viele Statistiken ins Negative treiben. Dennoch – diese Defense erlaubt hohe Passer-Ratings und stoppt den Gegner nicht beim 3rd Down (32nd)

Coaching-Battle

Die Bengals haben nach Week 10 reagiert und den bisherigen Defensive Coordinator Tery Austin entlassen, der erst seit 2018 bei den Bengals coachte, vorher jedoch bei den Lions jahrelang eher mäßigen Erfolg mit der Defense hatte. Übernehmen wird diese Rolle niemand anderer als Head Coach Marvin Lewis. Jedoch unter Assistenz von niemand anderen als Hue „Trust me“ Jackson.

Das erste Spiel unter dem neuen Defensiv-Regime ging ganz nach Hue´s Gewohnheit verloren. Auf dem Feld erlaubten sie nur 150 Passing Yards, jedoch gegen den Rookie-QB Lamar Jackson, der ihnen dafür 119 Rushing Yards aufdrückte. Insgesamt erlaubten die Bengals 267 Rushing Yards. Leider erlaubt das sehr spezielle Scheme der Ravens weniger Rückschlüsse auf die neue Defensiv-Ausrichtung als erhofft.

Die Bengals spielen jedoch insgesamt mit ihrem 4-3-Scheme eine vergleichsweise einfache Zone-Coverage, die gegnerische Offenses bisher mit Leichtigkeit identifizierten und auseinandernahmen.

 

Key-Matchups

  1. Nick Chubb / Duke Johnson vs. Bengals Run-D

Gegen eine der schwächeren Run-Defenses der Liga müssen die Browns das zuletzt überzeugende Run-Game in Szene setzen. Freddie Kitchens zeigte in beiden Spielen ein gutes Händchen für das Playcalling um Nick Chubb und Duke Johnson. Unter Kitchens lag der Schnitt zuletzt gegen die Falcons bei 7,3 Yards per Run (Chubb sogar 8,0), auch gegen die Chiefs erlief man erneut die 100 Yards Marke.

Blickt man auf das vergangene Spiel der Bengals gegen die Ravens fallen nicht nur die brutalen 267 Total Rushing Yards auf, sondern auch die beeindruckenden 6,8 Yards per Carry durch den Backup-RB Gus Edwards bei insgesamt 17 Carries. Die Bengals fanden das gesamte Spiel über keine Antwort auf die Run-Heavy Offense. Die Defensive-Front sollte eigentlich besser gegen den Run performen, ist aber durch die Ausfälle von LB Nick Vigil und den schwach performenden Safetys weit weg von Bestform.

Abschließend nochmal zum Genießen und Einstimmen auf das hervorragende Matchup gibt es den fantastischen 92-Yards-Rekord-Lauf von Nick Chubb aus dem letzten Spiel:

  1. RB Joe Mixon vs. Browns Run-D

Die Anfälligkeit der Browns-Run-Defense begleitet uns durch die gesamte Saison. 4,7 Yards per Carry sind zu viel und führt dazu das die Gegner am fünfthäufigsten gegen uns laufen. Mit bereits 14 zugelassenen Rushing-Touchdowns rangieren die Browns auf dem geteilten letzten Platz zusammen mit Tampa Bay.

Man mag argumentieren, dass die Browns in einer Passing-Liga dafür eine starke Pass-Defense stellen, dennoch fällt auf, dass die Browns auch gegen eher mäßig talentierte Running-Backs zu viel Raum erlauben, nachdem Danny Shelton die Browns vor der Saison verließ. Trevon Coleys schwache Saison ist hier ein weiterer Faktor neben einigen Tackling-Problemen.

Nun kommt mit Joe Mixon ein durchaus talentierter Running-Back nach einer Verletzung zurück und erzielte bei 12 Carries nur 14 Yards. Beruhigend? Nur bedingt, da die Ravens eine der besten Run-Defenses stellt. Mixon wird eine größere Workload sehen. Wenn die Browns den Bengals das Run-Game nehmen können muss die löchrige O-Line der Bengals häufiger in die Pass-Protection. Das muss das Ziel sein.

  1. Browns Secondary vs. (AJ Green) & Tyler Boyd

Der große X-Faktor für eben jenes Passing-Game wird die Rückkehr von Star-WR AJ Green, der zuletzt zwei Spiele aussetzen musste mit einer Zehenverletzung. Der aktuelle Injury-Report klingt jedoch „gut“ für die Browns:

AJ Green konnte bisher kein Training absolvieren – Stand Freitag wäre ein Einsatz daher überraschend. Gute Nachrichten für die Browns, denn AJ Green wäre mit seiner Größe und Physis ein Mismatch für unseren herausragenden, aber schmächtigen Rookie-CB Denzel Ward.

Sollte Green ausfallen, wäre Tyler Boyd und mit Abstrichen WR John Ross und TE CJ Uzomah die größten Waffen für die „Red Riffle“. Boyd spielt eine starke Saison als WR2 der Bengals in seinem dritten Jahr in der NFL mit bisher 756 Yards und 5 Touchdowns. Zuletzt in Abwesenheit von Green war Boyd das klare Target für Dalton. Gegen die Ravens erzielte er dabei 71 Yards, gegen die Saints 65 und zuvor gegen die Buccaneers starke 138 Yards und einen Touchdown.

Insgesamt ist der Injury Report damit so wichtig wie selten. Idealerweise aus Sicht der Browns setzt AJ Green noch ein Spiel aus, wodurch sich Ward auf Boyd konzentrieren kann. Sollte Green zurückkehren, müsste TJ Carrie primär den jungen Receiver covern, während Ward wohl dem deutlich größeren AJ Green folgt.

  1. Browns Pass Rush vs. QB Andy Dalton

Ein letztes, aber sehr bedeutendes Matchup besteht in dem klassischen Duell der Lines, vor allem aber zwischen DE Myles Garrett und dem noch fraglichen LT Cordy Glenn.

Die Bengals O-Line rangiert laut PFF nur auf Rang #25, auch die Begründung nach dem Spiel gegen die Saints ist nachvollziehbar (Quelle):

They allowed three sacks and 11 other pressures on only 28 dropbacks. Even the usually solid left side duo of Cordy Glenn and Clint Boling yielded four pressures a piece.

Gegen die Ravens gab es zwar „nur“ einen Sack, dennoch hatte Andy Dalton unter Druck erneut große Probleme wie diese Statistik belegt:

Der Browns Pass-Rush ist hiermit in der Pflicht, ein gutes Matchup zu nutzen und Andy Dalton einzuheizen. Grundlage dafür ist hoffentlich erneut eine sinnvolle Rotation in der D-Line, wie zuletzt gesehen gegen die Falcons.

 

Prognose – der Blick in die Glaskugel

Die Browns sind am Sonntag minimaler Außenseiter in Cincinnati. Durchaus bemerkenswert, wenn man betrachtet dass die Bengals Heimrecht besitzen und dennoch nur einen Spread von -3 aus Las Vegas bekommen. Dieser gilt allgemein hin als Heimbonus.

Die Krise der Bengals beginnt im Coaching und geht in verschiedensten Mannschaftsteilen weiter. Man darf die individuelle Qualtität der Bengals Defense keineswegs unterschätzen. Geno Atkins und Carlos Dunlap sind zweifellos überragende D-Liner. Williams Jackson III ein Top-Corner und Jessie Bates eine kleine Rookie-Sensation auf Safety. Als Einheit versagt die Defense jedoch regelmäßig.

Eine ähnliche Situation in der Offense. Auf dem Papier sind die Bengals mit AJ Green, Tyler Eifert und den jungen Wilden um Joe Mixon und Tyler Boyd bestens aufgestellt. Doch Verletzungen und eine schwache O-Line lassen die Potentiale nicht zur Entfaltung kommen.

Das können und müssen die Browns am Sonntag nutzen. Selten war die Ausgangssituation besser bei Betrachtung der Formkurven und Verletzungssituationen. Dazu die Extra-Motivation gegen den ehemaligen Head-Coach Hue Jackson anzutreten. Es scheint alles angerichtet für eine knappe, aber erfolgreiche Partie.

Browns 20 Bengals 16

Go Browns!