Week 13 Preview – Texas Showdown

29. November 2018 0 Von Mike

Nach 11 Saisonspielen sind die Browns noch „in the hunt“ – wer hätte das erwartet nach den teils desolaten Auftritten zur Mitte der Saison gegen die Chargers, Bucs und Steelers? Die Chancen auf die Postseason sind marginal, aber genau deswegen stellt das Spiel gegen die Texans einen Showdown dar.

Wir betrachten das Duell der beiden jungen und vielversprechenden Quarterbacks Deshaun Watson und Baker Mayfield ebenso wie das Duell zweier starker Defenses, um abschließend wie gewohnt unsere Prognose mit Orakel-ähnlicher Sicherheit abzugeben.

Texans 2018 – every streak has to end

Die Saison der Texans scheint schnell erzählt. Den Saisonbeginn hat man mit drei Niederlagen mächtig verschlafen, darauf folgte jedoch eine beeindruckende Serie von acht Siegen. Der Schedule der Texans ist dabei jedoch einer der einfachsten der gesamten Liga:

  • 20-27 Loss @ Patriots
  • 17-20 Loss @ Titans
  • 22-27 Loss vs.Giants
  • 37-34 Win @ Colts
  • 19-16 Win vs.Cowboys
  • 20-13 Win vs.Bills
  • 20-7 Win @ Jaguars
  • 42-23 Win vs.Dolphins
  • 19-17 Win @ Broncos
  • 23-21 Win @Redskins
  • 34-17 Win vs.Titans

Auffällig ist die Anzahl der engen Spiele. 9 von 11 Spielen waren 1-Possesion-Games, in denen die Texans 7 dieser 9 Spiele gewannen. Diese Fähigkeit knappe Spiele zu gewinnen zeichnet gute Teams aus, ist aber auch recht volatil. Dazu spielten die Texans gleich 3 der aktuell 5 schlechtesten Teams der Liga, allerdings nur ein einziges Team mit bisher mindestens 8 Siegen. Genau dieses Spiel (Patriots Week 1) verloren die Texans.

Schauen wir nun etwas tiefer in die Statistiken und den Vergleich zu den Browns:

Offense

Kategorie
Texans (Rank)
Browns (Rank)
Points per Game
24,8 (14th)
23,0 (18th)
Passing Yards
236,5 (19th)
225,5 (23th)
Passer Rating
100,7 (10th)
85,5 (26th)
Run Yards
136,5 (4th)
128,7 (9th)
Yards per Run
4,4 (15th)
4,6 (12th)
3rd-Down Conversion
38,3% (17th)
34,0% (28th)
Sacks allowed
37 (29th)
35 (25th)
TD´s
33
38
Time of Possesion
30:35 mins
30:40 mins
Turnover-Ratio
+3
+14

 

Defense

Kategorie
Texans (Rank)
Browns (Rank)
Points allowed
20,2 (5th)
26,3 (24th)
Pass Yards allowed
236,8 (11th)
287,6 (30th)
Run Yards allowed
96,8 (7th)
132,1 (28th)
Yards per Run allowed
3,8 (5th)
4,8 (25th)
Sacks
34 (6th)
25 (23rd)
3rd-Down Conversions allowed
39,8 (20th)
36,6 % (8th)
Passer Rating allowed
92,7 (13th)
83,8 (3rd)

 

Was fällt auf?

  • Die Texans haben kaum echte Schwachpunkt bei Betrachtung der Statistiken. Nahezu überall ist man im oberen Drittel oder Mittelfeld angesiedelt
  • Die O-Line der Texans ist in der Pass-Protection schwach und gibt mit die meisten Pressures und Sacks ab
  • Die eklatanten Schwächen der Texans aus dem Vorjahr in der Pass-Defense sind deutlich verbessert worden, wodurch die Defense insgesamt wieder ähnlich stark performed wie in den Jahren 2015 und 2016
  • Die Browns verbessern wöchentlich die Offensiv-Statistiken. In den Wochen nach Hue Jackson sind die Browns nahe an einer Top-10-Offense

 

Anekdoten des Spieltages: Thank you, Texans & ein Spiel für den Owner

Für die Texans wird es ein besonderes Spiel nachdem Owner Bob McNair am 25.11.2018 verstarb. Die Texans gedenken den geschätzten Owner seither mit einem besonderen Logo auf dem Spielfeld:

Die zweite Anekdote zwischen den Browns und Texans stellt die wilde Offseason 2017 dar, in dem Ex-GM Sashi Brown und die Texans gleich mehrere spektakuläre Trades tätigten. Die Früchte der Trades werden wir nun erstmals wirklich auf dem Feld im Duell sehen:

Der neue Franchise-QB Deshaun Watson ist bei den Texans gelandet, nachdem die Browns den #12 Pick mit den Texans tauschten. Für diesen Picks bekamen die Browns in 2017 auf #25 Safety Jabrill Peppers und CB Denzel Ward mit dem #4 Pick in 2018.

Doch damit nicht genug, denn die Browns tradeten damals auch QB Brock Osweiler (heute bei den Dolphins), wodurch die Texans sein Gehalt loswurden und den Browns einen Secondrounder spendierten. Daraus machten die Browns in der zweiten Runde den heutigen Starting-RB Nick Chubb.

Diese Trades kann man im Nachhinein nur als Win-Win bezeichnen. Die Browns bekamen im Rebuild genau die Draft-Picks, die sie brauchten und nutzten diese hervorragen, während die Texans den ersehnten Franchise-QB bekamen, der die Texans sofort zum Playoff-Contender macht.

Texans Taktikschule

Die Houston Texans unter Head Coach Bill O´Brian haben offensiv in 2017 eine der spektakulärsten Offenses der Liga gespielt. Ganz nach den Stärken vom Ex-Clemson-QB Deshaun Watson gab es extrem viel Play-Action und Plays außerhalb der Pocket. Mit der Aggressivität, welche die Texans auch im vertikalen Passpiel zeigten, überraschten sie viele Defenses.

In 2018, mit mehr Tape für gegnerische Coaches, mussten die Texans einige Anpassungen vornehmen. Die 3 Auftaktniederlagen waren kein Zufall. Die Texans hatten in 2017 mit dem aggressiven Scheme sehr viele Plays, die in Turnovern resultieren könnten, aber auch das entsprechende „Glück“, dass diese Quote unterdurchschnittlich niedrig blieb. Genau dies wendete sich am Anfang der Saison, als sich Deshaun Watson in jedem der ersten 6 Spiele mindestens eine Interception, sowie insgesamt 7 Fumbles leistete.

Die Defense der Texans kommt wie seit Jahren mit einer sehr flexiblem Front-7, in der die Texans dank ihrer herausragenden Pass Rusher JJ Watt und Jadeveon Clowney, aber auch mit Whitney Mercilus eine flexible Front bilden und dabei die Schwachpunkte der gegnerischen O-Line ausnutzen. Dabei kann JJ Watt durchaus auch Inside als DT aufgestellt sein. Trotz des schon starken 4-Man-Rushes blitzen die Texans häufig und kreativ. Zuletzt am Montag sorgte das für insgesamt 14 Pressures. Ein Beispiel sieht man hier, in dem Tyrann Mathieu blitzt:

Key Matchups

  1. Browns OT vs. JJ Watt / J.Clowney

Die Browns Offensive Line performte in den vergangenen Wochen äußerst stark. Seit zwei Spielen wurde Baker Mayfield nicht gesacked nachdem der bisherige Schnitt bei fast 4 Sackspro Spiel lag.

Fast folgerichtig steigen die Browns in den O-Line-Rankings auch deutlich auf und rangieren aktuell sogar auf #3:

Dieses Ranking kann jedoch etwas trügerisch sein, da die Browns in den letzten starken Spielen auch gegen Teams mit Problemen im Pass-Rush antraten. Sowohl die Chiefs, Falcons und auch die Bengals verfügen über keinen Elite-Edge-Passrusher, die Tackles fordert.

Nun wird man bei den Texans auf den NFL-Sack-Leader JJ Watt (11,5 Sacks), J.Clowney (7 Sacks), aber auch der Honeybadger Tyrann Mathieu (3 Sacks) und Whitney Mercilus (3,5 Sacks) treffen. Allein diese vier haben so viele Sacks wie das gesamte Browns-Team.

Speziell für LT Greg Robinson wird es ein extrem wichtiges Spiel. Überzeugt er auch gegen die starke Texans-Front hat er gute Chancen auf ein langfristiges Engagement bei den Browns.

Die Tackles der Browns brauchen einen Sahnetag, um die Streak von 2 Spielen ohne Sack zu verlängern. Baker muss gegen diese Top-Athleten geschützt werden. Hier wird sich zeigen, ob die Browns-Line wirklich Top-5 ist. Ich erwarte eher einen Rückschritt.

 

  1. RB Lamar Miller vs. Browns Run-D

Zuletzt machte die Run-Defense deutliche Fortschritte gegen die Bengals und Falcons – doch auch hier gilt: Vorsicht, denn beide Teams sind eher schwach im Run-Game.

Gegen die Titans erliefen die Texans zuletzt beeindruckende 281 Yards – Franchise Rekord. Lamar Miller allein lief dabei für 162 Yards und 13,5 Yards per Carry. Auch über die Saison betrachtet spielt L.Miller mit 4,9 Yards per Carry eine starke Saison hinter einer eigentlich eher schwachen O-Line.

Nun sind die Browns (4,8 Yards per Carry, #25) eigentlich über die Saison betrachtet sogar deutlich schlechter gegen den Run als die Titans (4,4 Yards per Run, #16). Ist also eine Katastrophe zu befürchten?

Nicht unbedingt, aber die Texans werden früh im Spiel versuchen das Laufspiel zu etablieren. Und Deshaun Watson ist besonders gefährlich, wenn gegnerische Mannschaften die Box vollstellen und damit im vertikalen Passspiel Räume entstehen.

  1. CB Denzel Ward vs. WR DeAndre Hopkins

Ein besonderes Duell sehen wir zwischen dem All-Pro-Receiver DeAndre Hopkins. Hopkins ist bereits nach 11 Spielen bei über 1000 Yards Receiving und 8 TD´s und damit auf dem Weg mit einer Saison über 1500 Yards.

Die Texans wissen genau, wie sie Hopkins als Deep-Threat einsetzen – kein Wunder also, dass er in 8 von 11 Spielen mindestens einen Catch von mehr als 20 Yards hatte. Hier sieht man gut, wie die Texans speziell in Single-High-Safety-Coverage Hopkins einsetzen:

Für Rookie-CB Denzel Ward ist es das nächste Kapitel in einer spektakulären Saison, in der er unter anderem gegen die Elite-Receiver Antonio Brown, Michael Thomas, Julio Jones und Tyreek Hill coverte und oftmals mit starken Leistungen brillierte. Gegen Hopkins trifft er auf den vielleicht besten Deep-Threat der Liga. Genau solche Plays wie gegen die Bengals werden dann teuer:

 

  1. QB Deshaun Watson vs. Browns Turnover-Secondary

Deshaun Watson galt schon in seiner Zeit in Clemson als Quarterback, der anfällig für Turnover ist. In seinem Rookie-Year war davon bis zur Verletzung statistisch wenig zu sehen, jedoch hatte er schon da eine hohe Prozentzahl an „gefährlichen“ Würfen, die aber von den Defenses selten genutzt wurden.

Die ersten Spiele in 2018 zeigten erneut die Tendenzen von Watson: 7 Interceptions und 7 Fumbles allein in den ersten 6 Spielen waren teils alarmierend. Doch seitdem hat sich Watson gefangen. Nach Week 6 gab es in den 5 Spielen nur noch 2 Interceptions und einen Fumble – die Texans gewannen alle Spiele.

Will man die Texans besiegen muss man Watson unter Druck sacken. Pressure lässt Watson wie viele jungen QB´s fehleranfälliger werden. Und gesacked wird Watson oft:

Ziehen wir die Parallele zu den Turnovern scheint das Spiel gegen Buffalo das beste Beispiel, wie die Browns Watson ärgern können. Die Bills setzten den QB den ganzen Abend unter Druck. Es folgten neben 7 Sacks beeindruckende 3 Fumbles und 2 Interceptions.

Die Browns besitzen die #2-Turnover-Defense – nur die Chicago Bears forcierten mehr Turnover. Es besteht durchaus die Chance gegen Watson Turnover zu erzwingen, dabei muss Gregg Williams jedoch aufpassen, dass die Texans eine zu hohe Aggressivität nicht bestrafen. Watson kann durchaus mit den Beinen Yards machen und per Screen an die Speedster wie Keke Coutee gefährliche Plays kreieren.

 

Der Blick in die Glaskugel

Die Browns fahren als Außenseiter nach Houston, allerdings treffen am Sonntag zwei aufstrebende Teams aufeinander. Die Texans stellten mit dem achten Sieg in Folge jüngst einen neuen Franchise-Rekord auf, während die Browns seit der Entlassung von Hue Jackson deutlich besseren, teils dominanten Offensiv-Football zeigen.

Der Spread von +5,5 zeigt, dass auch Las Vegas den Browns eine Überraschung durchaus zutraut und ein enges Spiel erwartet. Genau das muss man auch, denn die Texans spielten nahezu die gesamte Saison über Spiele mit nur einem Touchdown Differenz.

Spannend wird die Frage, ob die nominell starken Defenses dem Spiel den Stempel aufdrücken oder doch die jungen, wilden Quarterbacks für ein Spektakel sorgen. Beide Szenarien sind absolut denkbar, wobei Vegas mit 47,0 Punkten eher ein offensiv-betontes Spiel erwartet.

Letztlich wird es für die Browns entscheidend sein, den Pass-Rush der Texans abzufangen und Baker eine saubere Pocket zu geben. Extrem viel Zeit benötigt er in den letzten Wochen nicht, jedoch waren die gegnerischen Secondarys da auch schlecht.

Defensiv müssen die Browns ein Run-Desaster vermeiden wie es den Titans unterlief. Zudem sollte die D-Line wieder ein gutes Matchup gegen eine mäßige O-Line der Texans nutzen, um Watson konstant unter Druck zu setzen. Dann ist dieser fehleranfällig und unsere Secondary kann den permanenten „Turnover-Hunger“ stillen.

Insgesamt haben die Browns gute Matchups für einen kleinen Upset. In einem engen Spiel dürfen auch die Special Teams um den wackligen Kicker Greg Joseph nicht versagen. Ich bin dennoch optimistisch, dass die Browns die Siegesserie der Texans beenden können.

Browns 31 Texans 27

Go Browns!